Hörprobe

"Blick auf die schwebende Stadt" für Orchester

2015 / 8'

Soeben erschienen:

 

Norbert von Hannenheim (1898-1945)
Werke für Viola und Klavier

Herausgegeben von Albert Breier

Boosey & Hawkes

 

In den letzten Jahren ist die Bedeutung Norbert von Hannenheims als einer der wichtigsten und originellsten Komponisten der Zwischenkriegszeit immer stärker ins Bewusstsein getreten. Unter den Schülern der Berliner Meisterklasse Arnold Schönbergs war Hannenheim neben Nikos Skalkottas wohl der bedeutendste. Aber auch gegenüber Schönberg bewahrte er seine Unabhängigkeit; Einflüsse  von Strawinsky und Hindemith formte er auf gänzlich eigenständige Art um. In ihrer Vitalität, Knappheit und Präzision steht Hannenheims kontrapunktisch geprägte Musik einzig da.

Die Edition dreier großer Bratschenwerke macht den Beginn einer umfassenden Edition, die nach und nach alle wichtigen Stücke Hannenheims in praktischen Ausgaben vorlegen soll. Ein großer Teil von Hannenheims Werk ist im Krieg verloren gegangen. Das Erhaltene wird nach und nach seinen Platz im Repertoire finden.

“Fahrräder” © Albert Breier

Im August 2018 hatte ich einen schweren Fahrradunfall. Es scheint, die Räder haben mir mein fotografisches Interesse an ihnen übelgenommen… Vielleicht hatte ich es mit dem verfremdenden Bearbeiten zu weit getrieben.

Das Fahrrad ist eine seltsame Kreuzung aus Tier und Maschine. Das Tierhafte an ihm hat nicht selten etwas Rührendes, das Maschinenhafte streift dagegen bisweilen das Unheimliche. Jedenfalls ist das Fahrrad fürs Auge ein unverwechselbares Objekt, eine menschliche Erfindung, die einprägsam wirkt und den Glanz des Sinnhaften besitzt.

Eine angeblich von Leonardo stammende Fahrradzeichnung hat sich als Fälschung herausgestellt. Aber er wäre stolz gewesen, das Fahrrad in die Reihe seiner prophetischen Entwürfe eingliedern zu können. In der Kunst hat das Rad auch ohne in Karriere gemacht, und auch in der Literatur, bei Beckett und anderen.