Musik für Orchester

Traumreise zu Strömen und Bergen - Landschaft III für Orchester

by 20' / 2022

Besetzung
2(2. auch Picc und Altfl).2(2. auch Eh).2(2. auch Bklar).2(2. auch Kfg) – 4.2.3. – Pk.Sz(3) – Str mind. 8.7.6.5.3

Noch nicht uraufgeführt

Partitur

 

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Besetzung
Picc.2.2(2. auch Eh).2(2. auch Bklar).2 – 4.2.3.1 – Pk.Sz(2) – 12.10.8.7.5

Notenbeispiel
S. 1 und 11

Nebelatem - Landschaft II für Orchester

by 8' / 2013

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Besetzung
2(2. auch Picc).2(2. auch Eh).2(2. auch Bklar).2 – 2.2.2.0. – Pk.Sz(2-3) – 8.6.5.4.3

Notenbeispiel
S. 1 und 13

Über das Werk
Die Komposition Nebelatem ist, wie auch andere meiner Stücke, durch die klassische chinesische Landschaftsmalerei inspiriert. Dem Titel entsprechend nimmt sie weniger auf die zeichnerischen Aspekte dieser Kunst Bezug als auf die Art, wie durch zarte Lavierungen oder gar durch Freilassen größerer Flächen Nebel und Dunst die Landschaftsformen durchdringen und manchmal fast zur Auflösung bringen. Die musikalische Umsetzung ist durch die Einsicht bestimmt, daß gerade die Darstellung des Unbestimmten, Schwebenden der allergrößten Präzision bedarf. Dabei werden den komplexen „Nebel“-Partien immer wieder einfache und klare Holzbläserakkorde gegenüberstellt, als ob sich aus dem Nebel plötzlich eine deutlich umrissene Gestalt löste. An einer Stelle scheint, in einer fortissimo-Passage, der Nebel sogar gänzlich einem gleißenden Licht zu weichen, doch versinkt die Klanglandschaft bald wieder im Unbestimmten, aus dem sich nur dann und wann gedämpfte Stimmen erheben.

Große Landschaft I
Einsamkeit und Zuspruch

52′ / 2008 – 2010

Besetzung
3.2.2Bkl.2Kfg – 4.2.3.1 – Pk Schl(3) – Str

Notenbeispiel
S. 18, 55, 91

Noch nicht uraufgeführt

Texte zum Werk
Drei Zitate

1.  [Philippe Petit:] Man spricht immer mehr davon, die Landschaft zu bewahren. Auf den alten Grundstücken von Citroën baut man Landschaftsparks; im Limousin versucht man das Plateau de Millevaches zu retten… Was bedeutet Landschaftspolitik für Sie?

[Paul Virilio:] Es versteht sich von selbst, daß dies die Arbeit der Wiedergutmachung eines großen Desasters ist, nämlich die Brachlegung des europäischen Territoriums. Fernand Braudel sagte in L’identité de la France, daß die Einwanderungspolitik niemals das Problem gewesen ist – ganz Europa ist nur eine Geschichte der Immigration – , daß man aber im Gegenzug dazu noch nie ein Europa ohne Bauern gesehen hat. Der europäische Raum war ein wahrer Garten. Daß er zu einer Wüste und Brache wurde, ist ein Drama und man muß es, wie alle Dramen, korrigieren. Korrigieren heißt heute maskieren. Der Reiz der Landschaft bleibt für die außergewöhnliche Gartenkunst des sanften Frankreichs der Bauern eine Nostalgie. Die Landschaft ist, was hinter der Umwelt liegt, aber gleichzeitig ist sie ein Heftpflaster auf einem Holzbein. Drei Begriffe stehen sich sehr nahe: Milieu, Gegend und Territorium. Die Gegend ist die gründlichste Einschreibung in einen ländlichen oder städtischen Raum. Das Territorium ist schon eine Emanzipation von der Gegend durch Transport- und Kommunikationsmittel. Das Milieu ist sowohl physisch als auch abstrakt. Heute wird das Interesse an der Landschaft aufgrund der Entdeckung der Ereignislandschaft vergehen. Man muß den Menschen und die Ereignisse wieder in die Landschaft einführen, andernfalls wird man zur Entvölkerung des Landes beigetragen haben.

[Petit:] Was ist eine Ereignislandschaft?

[Virilio:] Wenn man die ländliche Gegend betrachtet, dann gibt es da mehr Landschaft als Ereignisse. Wenn man die städtische Gegend betrachtet, gibt es da mehr Ereignisse als Landschaften. Zwischen den Menschen in der Stadt passieren viel mehr Dinge als im Beauce, auch wenn es dort kulturbedingte oder saisonale Ereignisse gibt. Es ist also heute von kapitaler Bedeutung, die Frage nach der Ereignislandschaft zu stellen – und nicht die Frage nach der Land Art, die sich hinter den museologischen Debatten von heute verbirgt. Wie soll man auf das Bezug nehmen, was dort passiert, wo sich wenig oder gar nichts bewegt? Wie soll man den Raum als eine Bühne für die Menschen bewahren und nicht einfach als Objekt der mehr oder weniger nostalgischen Kontemplation? Man muß eine Dramaturgie der Landschaft neu erfinden. Man muß ein Bühnenbild der Landschaft mit Handelnden und nicht einfach Zuschauern wiederfinden. Die ländliche Gegend, die wir durch die Brachlegung verloren haben, ist eine Landschaft von Kultivierungsereignissen des Wein- und Getreideanbaus usw. der Menschen gewesen. Die Geschichte des Landes ist eine Geschichte, die hinsichtlich ihres Ereignisreichtums wesentlich bedeutender ist als die der Stadt, die wir aber vergessen haben.

[Petit:] Die Sorge um das Land ist nicht neu. Im 18. Jahrhundert bereits entwickelte René Louis de Girardin eine Philosophie der Landschaft, d.h. einer gezähmten Natur.

[Virilio:] Ja, aber das Wort Landschaft (paysage) kommt von Gemälde (peinture), d.h. ins Bild setzen. Es ist vor allem die Einführung einer Ästhetik der Landschaft. ‚Die Landschaft ist ein Seelenzustand’ sagte Henri-Fréderic Amiel. Es handelt sich nicht einfach um das Problem, die Perspektive zu organisieren. Es geht auch darum, was geschieht. Es ist auch die Investition einer Bevölkerung in die Landschaft, in der sie lebt, so wie Péguy seine Beziehung zu der Stadt Chartres gelebt hat. Ich bin weder Pantheist noch Naturalist, sondern trete für eine Ereignislandschaft ein.

[Petit:] Woher stammt der Ausdruck ‚Ereignislandschaft’?

[Virilio:] Er kommt aus einer theologischen Sichtweise. Für Gott ist die Geschichte eine Ereignislandschaft. Die Schlachten und die großen Ereignisse sind gleichbedeutend mit den großen Wäldern und den großen Bäumen. Es ist ein Bild der Landschaft der Handlung, die irgendwo stattfindet und die man wiederfinden muß. Andernfalls wird man das, was in den Vorstädten passiert, nicht lösen.

[Petit:] Warum kracht es Ihrer Meinung nach in den Vorstädten?

[Virilio:] Weil es keine Landschaften sind. Es gibt dort keine Investition. Wenn es einen Seelenzustand geben sollte, so ist er gräßlich, es ist eine Hölle. Es gibt dort jeden beliebigen Komfort, aber es gibt keinen Seelenzustand außer dem infernalen Charakter dieses von allen verlassenen Ortes.

[Petit:] Können Sie mir ein Beispiel für eine besonders wohnliche Landschaft geben?

[Virilio:] Jeder Mensch hat eine innere Landschaft. Es gibt diejenigen, die für das Meer sind, andere für die Berge, das Land oder sogar die Wüste. Jeder hat eine geistige Landschaft, die seinen Bezug zur Welt organisiert. Jeder hat sein inneres Gemälde. Meine inneren Gemälde sind die Küste und die Wüste. Ich bin ein Küstenmensch – aber kein Seefahrer. Ich brauche einen freien und wechselnden Horizont. Meine bevorzugte Landschaft ist die Küste der Bretagne mit ihren Felsen und dem Konflikt zwischen dem Festen und dem Flüssigen. Es ist auch die wetterbedingte Eigenschaft des Windes und des Lichtes. Es handelt sich also um eine relative Landschaft, eine Schnittstellen-Landschaft zwischen dem Himmel, dem Meer und der Erde. Ein Ort, an dem die Relativität durch die dynamischen und die statischen Kräfte am Werke ist.

Paul Virilio: Cyberwelt, die wissentlich schlimmste Politik. Ein Gespräch mit Philippe Petit. Berlin 2011, S. 120ff

2. Nicht in jedem Betracht ist für die menschlichen Künste die Musik der Gipfel der Kunst, sie ist es nur im Aspekt einer seligen Gnadeneinheit, nicht der realen, die allein dem Schöpfer als Künstler zukommt, sondern einer sozusagen geschöpflich antizipierten, vorweggenommenen, einer natürlichen Vorahnung, die das Eigentliche ausläßt und auslassen muß. Nur als ein Bild absoluter Überwindung jeglichen Widerstandes ist die menschliche Musik der Gipfel menschlicher Kunst, in einem andern Betracht ist zum Beispiel die Sprachkunst höher. Die Kunst des Fliegens ist ein Bild der Vollkommenheit der Überwindung des Raumes und der Grenzen, in einem andern Betracht ist die Kunst des Gehens mehr und höher und bewältigt mehr gegeben Wirkliches.

Theodor Haecker, Schönheit. Ein Versuch. In: Vergil. Schönheit. Metaphysik des Fühlens. München 1967, S. 145-288, hier S. 235

3. Chinese landscape painting is very sad, so it is probably not for young people.

Yan Bo (zitiert nach James Elkins, Chinese Landscape Painting as Western Art History, Hongkong 2010, S. xxi)

Licht im Vorübergehen - Landschaft I für Orchester

by 8' / 2009

Video / Audio
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Besetzung
2.2.2.2 – 4.2.3.0 – 1Pk, 2Sz, Klav, Str mind. 8.7.6.5.3

Notenbeispiel
S. 12

Über das Werk
Die Darstellung des Lichts hat in der Musik eine lange Tradition. Das berühmteste Beispiel ist sicher Joseph Haydns Komposition des biblischen Berichts von der Erschaffung des Lichts in dem Oratorium „Die Schöpfung“. Haydn bedient sich hier eines C-Dur-Akkords als harmonischem Lichtsymbol. Seit der Romantik nutzen die Komponisten auch die klangfarblichen Möglichkeiten des Orchesters, um die verschiedensten Lichteffekte musikalisch darstellen zu können. Dabei leisten vor allem auch die Schlaginstrumente gute Dienste: Triangel oder Becken verleihen dem Klang selbst im pianissimo strahlenden Glanz; das Glockenspiel und die antiken Zymbeln lassen ganze Lichtkaskaden entstehen. Auch im 20. und 21. Jahrhundert übt das Licht auf die Komponisten ungebrochene Anziehungskraft aus. Karlheinz Stockhausens monumentale Opernheptalogie über die sieben Tagen der Woche trägt den Haupttitel Licht, Bernd Alois Zimmermanns Orchesterkomposition Photoptosis („Lichteinfall“) und Morton Feldmans Coptic Light gehen in der Lichtdarstellung ganz neue Wege.

Die Komposition Licht im Vorübergehen fügt der musikalischen Schilderung des Lichts die Vorstellung des stetigen Wandels in der Zeit hinzu. Es gibt in diesem Stück keine gleichsam statische Lichtquelle, sondern das Leuchten und Glänzen ensteht immer wieder auf verschiedene Weise aus schattenhaftem Dunkel. Auf diese Weise entfaltet sich allmählich eine Art Klang- und Zeit-Melodie, die sich vorübergehend zu realen Melodielinien verdichtet, aber nirgendwo haltmacht und am Schluß in einem zarten Helldunkel verlischt. Der Zeitprozeß dieser Komposition ist im Vergleich zu den übrigen Werken des Komponisten sehr konzentriert; in nur acht Minuten entfaltet sich ein subtiles und vielfarbig leuchtendes Klangpanorama.

Große Landschaft III

90′ / 2002 – 2003

Besetzung
3(3. auch Picc).2.2.Bklar(auch 3.Klar).2.Kfg(auch 3.Fg). – 4.2.3.1. – Pk, Schl(4) – Str mind. 8.8.6.7.4

Notenbeispiel
S. 65, 133, 145

Noch nicht uraufgeführt

Über das Werk
Grenzen überschreiten heißt immer: etwas zurücklassen. Doch kann man nie sicher sein, ob man dabei auch etwas findet. Nichtsdestoweniger bleibt der Mensch das transzendierende Wesen, zumeist ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Aber es gibt nicht nur äußere Grenzen, sondern auch innere.

Die Große Landschaft III ist von verschiedenen künstlerischen Traditionen beeinflußt: der westeuropäischen (mit ihren Ausläufern in Nordamerika), der russischen, vor allem der Polyphonie des 17. Jahrhunderts, und der chinesischen (nicht nur die Qin-Musik, sondern auch die musiknahe Kunst der großen Landschaftsmaler). Doch das Hauptinteresse des Stücks liegt nicht in der Negation räumlicher Grenzen; vielmehr beschäftigt es sich mit der Zeit als einer Gegebenheit, deren Macht, uns Grenzen aufzuerlegen, viel größer ist als die des Raums. Zeit kann es nie genug geben; doch würde eine unbegrenzte Menge von Zeit vielleicht die Musik schließlich zum unendlichen Schweigen verdammen. Die Große Landschaft III ist daher ein Versuch, eine Art Perspektive innerhalb der Zeit zu finden: sozusagen einen Wachtturm im ewigen Zeitfluß; einen Turm, dessen Besteigung es dem Zuhörer erlaubt, Ozeane hinter den Ozeanen zu entdecken, ohne auf stumme Bedeutungslosigkeit reduziert zu werden.

Besetzung
18 Streichinstrumente, Glocken und Glockenspiel
Schl(3) – Str 9.0.3.4.2

Notenbeispiel
S. 29, 31

Feld und Leuchten

20′ / 1997

Besetzung
Kammerorchester
4.1.0.0. – 0.0.0.0. – Pk, Glocken, Glockenspiel, Klav(auch Cel) – Str

Notenbeispiel
S. 12, 45

Noch nicht uraufgeführt

Verbundene Berge

30′ / 1992

Besetzung
Großes Orchester 3(2. auch Picc, 3. auch Afl).3(3. auch Eh).3(3. auch Bklar.).3(3. auch Kfg). – 4.3.3.1. – Pk, Schl(3) – Cel – Str

Notenbeispiel:
Partitur (Auszug)

Noch nicht uraufgeführt

Serenade

14′ / 1990

Geschrieben zum Mozartjahr 1991

Besetzung
2.2.2(in A).2. – 2.2.0.0. – Pk, Schl(2) – Str

Notenbeispiel:
Partitur (Auszug)

Noch nicht uraufgeführt

Wege des Wanderers

16′ / 1989

In memoriam Andrej Tarkovski

Besetzung
Großes Kammerorchester
1.Altfl.0.3(in B).2Bklar(in B).0. – 0.0.4.0. – Schl(2) – Hfe, Cel, Klav – Str 1.0.3.0.2 (solistisch)

Notenbeispiel:
Partitur (Auszug)

Noch nicht uraufgeführt

Komposition für Orchester (Nr. 2)

15′ / 1985

Besetzung
3(2. auch Altfl, 3. auch Picc).3(3. auch Eh).2(in B, 2. auch in Es).BKlar.3(3. auch Kfg). – 4.3.3.1. – Pk, Schl(2-3) – Hfe, Cel – Str

Notenbeispiel
Partitur (Auszug)

Noch nicht uraufgeführt

Berceuse

10′ / 1983

Besetzung
Großes Orchester
3(3. auch Altfl).2.Eh.2.Bklar.2.Kfg. – 4.3.3.1. – Pk, Schlg(2) – Hfe, Cel, Cemb, Klav – Str

Noch nicht uraufgeführt

Konzert für Klarinette und Orchester

22′ / 1982

Besetzung
Solo-Klar. in A
3(2. auch Picc, 3. auch Altfl).3(2. auch Ob.d’amore, 3. auch Eh).3(in Es.C.B).3(3. auch Kfg). – 6.3.3.0. – Hfe, Cel, Cemb, Klav – Str